Fit bis ins Alter – was kann ich selbst dafür tun?

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Published on: 7. Juni 2016

atmen-begrenztEin sehr breit gefächertes Thema, aus welchem Herr Dr. Zeeh, Chefarzt der Geriatrischen Klinik Meiningen, neben vielen anderen interessanten Ausführungen bei seinem Vortrag am 1. Juni 2016 im Rathaussaal drei typische Altersveränderungen herausgriff, um sie und unsere eigene Rolle bei ihrer Vorbeugung genauer zu beleuchten.

Er erläuterte, dass ein großes Problem für ältere Menschen die eingeschränkte Mobilität sei. Wir können uns nicht mehr so locker bewegen wie früher, unser Gang wird unsicherer, wir werden deshalb ängstlicher, und das Sturzrisiko nimmt zu. Dazu trägt mit zunehmendem Alter wesentlich der Verlust an Muskelmasse bei. Neben dem ganz normalen Abbau unserer Muskulatur wird der Vorgang allerdings beschleunigt, je weniger wir uns bewegen. Was können wir tun, den Muskelabbau zu verzögern?

Z.B.  ein einfaches regelmäßiges  Krafttraining aufnehmen.  Eine gute häusliche Übung ist: Täglich 20  bis 30mal (oder mehr!) ohne Abstützen mit den Händen  von einem Stuhl aufstehen und sich wieder hinsetzen. Oder ein regelmäßiges Training mit Hanteln oder dem Theraband. Empfehlenswert ist auch ein spezielles Kraft- und Koordinationstraining unter Anleitung von entsprechend ausgebildeten Therapeuten in einem Fitnessstudio oder physiotherapeutischen Praxen, mit oder ohne Rezept über Reha-Sport. Nicht zu vergessen:  Der tägliche Spaziergang, bei dem wir rasch ausschreiten und nicht schlendern sollten. Klar ist – ohne Fleiß kein Preis, es gibt keine Wundermittel!

Zur Erhaltung unserer Muskelmasse trägt übrigens auch eine eiweißreiche Kost bei, enthalten z.B. in Milchprodukten, Nüssen, magerem Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchten.

Ein zweites von Dr. Zeeh erläutertes Thema war also unser Essen, dazu gibt es inzwischen in allen Medien zahlreiche Veröffentlichungen. Wir wissen, dass eine sogenannte mediterrane Kost für Jung und Alt am gesündesten ist: Also weniger tierische Fette, sondern mehr Oliven- oder Rapsöl verwenden. Reichlich Gemüse essen, und da ist die Vielfalt wirklich groß. Nicht so viel Zucker verwenden, vor allem den Gehalt in Getränken beachten! Speisen nach Möglichkeit frisch zubereiten und Fertigprodukte vermeiden. Und nicht zu vergessen, diese Kost beugt auch Darmkrebs vor, der glücklicherweise durch eine Darmspiegelung schon in seinen Vorstadien erkenn- und gut behandelbar ist. Dr. Zeeh erinnerte eindringlich an diese  Möglichkeit der Früherkennung.  Noch ein Wort zum Kaffee: Der Arzt beruhigte alle Kaffeeliebhaber, denn dieser ist im Gegensatz zu jahrelanger „Verteufelung“ keineswegs schädlich.

Das dritte von ihm betrachtete Thema ist eine gefürchtete Altersveränderung: Die Demenz. Mit der steigenden Zahl Hochaltriger nimmt leider auch die Zahl dementer Menschen zu. Unter „Demenz“ werden alle Ursachen von Hirnabbauprozessen zusammengefasst, zwei davon sind die z.B. die Alzheimer-Demenz oder die beeinträchtigte Hirnfunktion durch Durchblutungsstörungen („Verkalkung“). Um solchen Veränderungen vorzubeugen, hilft uns eine rundum aktive Lebensweise, körperlich wie auch geistig. Auch hier spielt wieder der tägliche Spaziergang von mindestens einer halben Stunde eine große Rolle. Beim raschen Gehen werden nicht nur Ihr Körper, sondern auch Ihr Herz und Ihr Gehirn besser durchblutet und besser mit Sauerstoff versorgt. Aber auch Schwimmen, Radfahren oder Langlauf sind gut. Und bleiben Sie unbedingt geistig aktiv! Vergessen Sie das Lesen nicht! Wir haben eine gut bestückte Stadtbibliothek mit rührigen Mitarbeiterinnen, die Sie übrigens auch mit ihrem Programm „Fit im Web“ in die Geheimnisse des Computers einweihen, egal, wie alt Sie sind. Bevorzugen Sie bei Hobbys solche, die Sie anregen, ständig dazuzulernen. Übrigens wies unser Referent auch darauf hin, dass ganz besonders das Tanzen nicht nur ihren Körper fit hält, sondern auch nachgewiesenermaßen ein gutes Hirntraining ist. Und außerdem richtig Spaß macht!

Fazit: Wir sollten alle dringend rechtzeitig – also schon in jüngeren Jahren – daran denken, welche wichtige Rolle wir selbst bei der Erhaltung unserer Rüstigkeit spielen und uns nicht ausschließlich auf die Hilfe der Medizin verlassen!

E. Holland-Cunz, 06.06.2016

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