Sind wir Älteren noch reaktionsschnelle, sichere Verkehrsteilnehmer?

Am Freitag, dem 21. April 2017, findet um 15 Uhr unsere nächste, inzwischen schon neunte Verkehrsteilnehmerschulung für Senioren in der Mehrzweckhalle „Schöne Aussicht“ statt. Dieses Mal beschäftigen wir uns mit einem Thema, welches Viele scheuen. Nämlich – wie sicher verhalten wir Älteren uns im Straßenverkehr? Polizeihauptmeister Mike Hengelhaupt wird gemeinsam mit der Verkehrswacht Suhl die Schulung gestalten. Durch statistische Erhebungen der Polizei belegt, nehmen Verkehrsunfälle mit Beteiligung älterer Menschen zu. Das mag zum einen daran liegen, dass heute sehr viel mehr Seniorinnen und Senioren als früher auch noch im fortgeschrittenen Lebensalter Auto oder auch Fahrrad fahren. Aber wir müssen leider konstatieren, dass abgesehen von körperlichen und Einschränkungen unserer Sinnesorgane wie z.B. Sehvermögen oder Gehör im Laufe unseres Lebens auch unsere Reaktionsschnelligkeit sinkt.

Ältere Autofahrer haben große Erfahrung und fahren meist vorsichtiger als junge Leute. Jedoch in unvorhergesehenen Verkehrssituationen, auf die sie sich in Zehntelsekundenschnelle einstellen und reagieren müssen, sind sie oft überfordert und handeln nicht situationsangemessen. Es ist gut verständlich, dass ein alter Mensch, dem vielleicht auch schon das Zurücklegen längerer Strecken oder das Tragen von Lasten wie Wasserflaschen oder Kartoffelsäcken schwer fällt, gerne sein Auto benutzt und damit unabhängig von fremder Hilfe ist, also seine Selbstständigkeit bewahren möchte. Jeder Autofahrer ahnt wahrscheinlich auch, dass der Abschied vom Selberfahren ziemlich schmerzlich werden wird, denn er wird seinen Aktionsradius deutlich einschränken.

 VKTS 28.1016Verkehrsteilnehmerschulung für Senioren im Oktober 2016 in Zella-Mehlis

Regelmäßige Teilnahmen an Verkehrsteilnehmerschulungen sind sehr empfehlenswert. Wir brauchen aber zusätzlich unbedingt den kritischen Blick auf unser Fahrvermögen. Wir sollten ehrlich zu uns selber sein und möglichst objektiv einschätzen, ob wir wirklich noch sicher im Straßenverkehr sind.

Und entsprechende Hinweise von Familie oder Freunden ernst nehmen. Denn wir gefährden bei einem Unfall nicht nur uns, sondern auch Beifahrer oder andere Verkehrsteilnehmer. Dessen sollten wir uns stets bewusst sein.

Wir können wegen der Beurteilung körperlicher Erkrankungen unseren Hausarzt fragen. Wie verhält es sich aber mit unseren geistigen Fähigkeiten, also z.B. unserer Reaktionsschnelligkeit? Sie können z.B. noch einmal ein paar Fahrstunden buchen und neben einem erfahrenen Fahrlehrer testen, wie sicher Sie fahren. Weiterhin gibt es vielfältige Möglichkeiten eines Verkehrssicherheitsstrainings. Wir werden uns zu unserer Veranstaltung direkt bei der Verkehrswacht erkundigen, wann und wo so etwas stattfindet. Aber Fakt ist eins: Sie sollten schon jetzt gedanklich einkalkulieren, dass Sie u.U. in kurzer oder längerer Zeit Abschied vom aktiven Fahren nehmen müssen, damit Ihnen dieser Verlust dann nicht so schwer fällt!

E. Holland-Cunz, 02.04.2017


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