Technik und Alter

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Published on: 11. Dezember 2016

Vom 15. Bis 17. November 2016 nahmen drei unserer Mitglieder an der Fachtagung „Technik und Alter“ des Landesseniorenrats in Bad Blankenburg teil. Wir konnten uns über eine Fülle von sehr unterschiedlichen, aber zum größten Teil richtig spannenden Themen informieren;  wie z.B. über wissenschaftliche Ergebnisse der Neuroinformatik und ihre praktische Umsetzung in den Alltag alter Menschen, aber auch den Umgang mit modernen digitalen Medien.

Der interessante Bereich  der häuslichen Assistenzrobotik, kognitiven Robotik oder Reha-Robotik wurde uns nahegebracht. Der Referent der Technischen Uni Ilmenau schilderte sehr anschaulich die enge Zusammenarbeit seiner Studenten mit einer Gruppe Seniorinnen und Senioren aus einem Ilmenauer Pflegeheim, um wirklich alltagstaugliche technische Hilfen zu entwickeln. Er betonte aber, dass ein auch noch so perfekter Roboter keinesfalls menschliche Zuwendung und Hilfe ersetzen kann, ein Roboter sollte stets nur ein beherrschbares Instrument in menschlicher Hand bleiben.

Anderes Thema: Alle Referenten aus sehr verschiedenen Arbeitsgebieten waren sich einig – auch für ältere und alte Menschen wird der Umgang mit modernen digitalen Medien immer wichtiger und stellt ein „Tor zur Welt“ dar. Angefangen von der erlernbaren Fähigkeit, eine Fahrkarte an einem Automaten oder am Computer auszudrucken bis zum Telefonieren oder Skypen via Internet sollte uns nichts fremd bleiben.

Wie interessant es auch für Großeltern sein kann, mit Kindern und Enkeln zu skypen, die sich weit entfernt von ihnen befinden, sei nur ein Beispiel. Den Teilnehmern der Tagung wurde immer wieder vor Augen geführt, dass eine Verweigerung des Umgangs mit Smartphone, Laptop, E-Book etc. mit dem Hinweis „dazu bin ich zu alt“ zu einer deutlichen Einschränkung eigener Lebensbereiche führen wird.  Zumal oft körperliche Handicaps den Aktionsradius sowieso schon eingeschränkt haben. Wer z.B. ein E-Book liest, kann die Schrift beliebig vergrößern bzw. den Kontrast ändern, das ist für Sehbehinderungen besonders hilfreich. Also – wieso es nicht doch probieren? Die rührigen Mitarbeiterinnen unserer Bibliothek stehen Ihnen dafür bzw. für Anleitungen zur Nutzung des Internets mit Rat und Tat zur Seite.

Interessant war auch ein Vortrag, der sich mit den Bedenken uneingeschränkter und fast ausschließlichen Nutzung des Computers oder auch des Smartphone-Missbrauchs beschäftigte. Die ist besonders für Kinder und Jugendliche keinesfalls gefahrlos. Der Referent berichtete u.a., dass im amerikanischen Silicon Valley, wo besonders viele hochbegabte Computerwissenschaftler arbeiten und mit ihren Familien wohnen, mehr und mehr Eltern ihre Kinder im Vorschulalter von Smartphones und Computern fernhalten. Sie haben erkannt, dass die zu frühe und vorwiegende Förderung kognitiver Bereiche zu mangelhaften Entwicklungen führt. Auch musische, kreative, motorische und soziale Fähigkeiten müssen erlernt bzw. geübt werden, sie sind unabdingbar für die Entwicklung von uns Menschen.

Leseveranstaltung im Seniorenheim

Dass auch Lesen oder Vorlesen wichtig zur Anregung geistiger Potenzen alter Menschen sein kann, erlebten wir an einem Novembernachmittag im DRK-Seniorenheim. Nachdem Frau Ende, eine Bibliotheksmitarbeiterin, uns im September über die vielfältigen Möglichkeiten der Bibliotheksnutzung für Senioren informiert hatte, sprachen wir auch über die Möglichkeit einer Lesung in einem Seniorenheim. Daraufhin vermittelten wir den Kontakt zum Seniorenheim in der Feldgasse. Die Mitarbeiterinnen des Heims hatten eine Gruppe von Bewohnern versammelt, die in der Lage waren, interessiert zuzuhören. Denn dies ist aufgrund verschiedenster Einschränkungen nicht mehr bei allen Heimbewohnern möglich.

010Die Leiterin unserer städtischen Bibliothek, Frau Schneider, hatte einige kurze, vergnügliche Geschichten ausgewählt, die sie gut verständlich und deutlich artikuliert etwa 15 versammelten Zuhörern vorlas. Alle lauschten ruhig und konzentriert, und man merkte an den „Lachern“, dass Frau Schneiders Vortrag aufmerksam verfolgt wurde. Die Stunde verging schnell, und der herzliche Beifall, den die Vorleserin zum Schluss bekam, war wohlverdient!

Also: Eine ähnliche Veranstaltung im nächsten Jahr sollten wir ins Auge fassen.

E. Holland-Cunz, 10.12.2016

 

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